Vivien Szczepanski (Psychologie, M. Sc.)

08.02.2026

Burnout: Ist es eine stressige Phase oder schon ein Burnout?

Burnout ist längst mehr als nur ein Schlagwort unserer stressigen, schnelllebigen Zeit. Es beschreibt eine ernstzunehmende und häufig unterschätzte Belastung, die sich meist schleichend entwickelt und große Auswirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden haben kann. Betroffene erleben oft Niedergeschlagenheit und eine verringerte Leistungsfähigkeit. 
Umso wichtiger ist es, auf die eigenen Warnsignale zu achten, frühzeitig gegenzusteuern und rechtzeitig Hilfe in Anspruch zu nehmen. In diesem Artikel erfährst du, was hinter dem Burnout-Syndrom steckt und woran du es erkennen kannst.


Was ist das Burnout-Syndrom?


Was versteht man unter dem Burnout-Syndrom? Burnout beschreibt einen Zustand ausgeprägter emotionaler, körperlicher und geistiger Erschöpfung, bei dem sich Betroffene dauerhaft ausgelaugt und ausgebrannt fühlen (1). Der Begriff bezieht sich vor allem auf die Folgen einer langfristigen, chronischen Belastung im beruflichen Kontext (2).


Im offiziellen Diagnosekatalog (ICD-10) wird Burnout nicht als eigenständige Erkrankung geführt, sondern unter der Kategorie „Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung“ eingeordnet (1).

Auslöser sind häufig anhaltender Stress und dauerhaft zu hohe Anforderungen im Berufsalltag. Dazu zählen unter anderem Zeitdruck, Über- oder Unterforderung, Konflikte am Arbeitsplatz oder eine sehr hohe persönliche Einsatzbereitschaft (2). Diese Belastungen können zu starker Erschöpfung und einem Gefühl der Überforderung führen.


Burnout kann zudem ein Hinweis auf ernstere psychische oder körperliche Erkrankungen sein. Häufig tritt es gemeinsam mit einer Depression auf, auch wenn dies nicht zwingend der Fall ist (1).


Woran erkenne ich, dass ich Burnout habe – Häufige körperliche und psychische Symptome des Burnouts


Das Burnout-Syndrom zeigt sich typischerweise in drei zentralen Bereichen:


Erschöpfung:
Menschen mit Burnout fühlen sich häufig dauerhaft müde, niedergeschlagen und energielos. Sie sind emotional erschöpft und fühlen sich innerlich ausgebrannt. Neben diesen psychischen Beschwerden treten oft auch körperliche Symptome auf, wie Magen-Darm-Probleme, unterschiedliche Schmerzformen (3) sowie Schlafstörungen (4).


Entfremdung von der beruflichen Tätigkeit:
Der eigene Beruf wird zunehmend als belastend, sinnlos oder frustrierend erlebt. Betroffene distanzieren sich nicht nur von ihren Aufgaben, sondern häufig auch von Kolleginnen und Kollegen (3).


Verminderte Leistungsfähigkeit:
Konzentrations- und Entscheidungsprobleme sind typische Begleiterscheinungen eines Burnouts. Motivation und kreative Ideen fehlen, wodurch es schwerfällt, die gewohnte Leistungsfähigkeit im Alltag aufrechtzuerhalten (3,4).


Wann bekommt man eine Krankschreibung bei Burnout?


Eine Krankschreibung aufgrund von Burnout erfolgt in der Regel dann, wenn ein Arzt oder Psychotherapeut die Symptome als so schwerwiegend einschätzt, dass sie zu einer Arbeitsunfähigkeit führen. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn Erschöpfung, Stress und emotionale Belastung so stark sind, dass Betroffene ihren beruflichen Aufgaben oder dem Alltag nicht mehr gerecht werden können (9).

Sollte der Hausarzt die Beschwerden als nicht ausreichend gravierend einstufen und keine Krankschreibung ausstellen, kann es sinnvoll sein, eine zweite ärztliche Meinung einzuholen oder sich direkt an eine psychiatrische oder psychotherapeutische Praxis zu wenden (10).


Burnout: Wer ist ist der richtige Ansprechpartner um Burnout-Syndrom zu behandeln und zu diagnostizieren?


Die erste Anlaufstelle bei Verdacht auf Burnout ist meist der Hausarzt. Dieser kann eine erste Einschätzung vornehmen und gegebenenfalls an einen Psychotherapeuten oder Neurologen überweisen damit man professionelle Hilfe in Anspruch nehmen kann. 
Psychotherapeuten sind qualifiziert, mithilfe von Gesprächen und standardisierten Fragebögen eine professionelle Diagnostik durchzuführen (8).


Burnout-Prävention: Wie kann ich Burnout vorbeugen?


Vorsorge ist besser als Nachsorge – das gilt auch für psychische Erkrankungen. Mit diesen Maßnahmen kannst du Burnout aktiv vorbeugen:


Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben setzen:
Schon kleine Rituale können helfen, Arbeit und Freizeit klar zu trennen. Beispielsweise kann das Wechseln der Kleidung nach der Arbeit ein deutliches Signal für den Feierabend sein. Auch ein kurzer Spaziergang vor oder nach dem Arbeitstag schafft eine bewusste mentale Abgrenzung (7).


Entspannungstechniken nutzen:
Neben autogenem Training wird häufig die Progressive Muskelentspannung empfohlen. Diese Methode wurde 1929 von Dr. Edmund Jacobson entwickelt und zielt darauf ab, stressbedingte Spannungen im Körper abzubauen. Durch das bewusste An- und Entspannen einzelner Muskelgruppen wird das Loslassen innerer Anspannung trainiert. Die Übungen sollten in ruhiger Umgebung, bequemer Kleidung und möglichst ohne Ablenkung durchgeführt werden. Das Erlernen unter fachlicher Anleitung ist besonders sinnvoll (5).


Freizeit aktiv gestalten:
Plane bewusst regelmäßige Auszeiten ein und reduziere dein Arbeitspensum, wo es möglich ist. Beginne mit kleinen Pausen, zum Beispiel einer halben Stunde täglich, und steigere diese schrittweise. Nutze deine freie Zeit, um wirklich abzuschalten, nicht erreichbar zu sein und neue Energie zu tanken. Soziale Kontakte spielen dabei eine wichtige Rolle und wirken sich positiv auf das psychische Wohlbefinden aus (6).


Fazit


Burnout ist eine ernsthafte Belastung, die durch anhaltenden Stress und Überlastung entstehen kann und sowohl Körper als auch Psyche betrifft. Umso wichtiger ist es, die eigenen Grenzen wahrzunehmen, rechtzeitig Pausen einzulegen und Unterstützung wie Psychotherapie anzunehmen. Wer frühzeitig auf Warnsignale achtet und aktiv Stress reduziert, kann Burnout vorbeugen und langfristig die eigene Gesundheit schützen.


  1. Burnout: Definition, Prävention, Verlauf - netDoktor.de 

  2. Was ist ein Burnout? | Gesundheitsinformation.de 

  3. Burn-out-Syndrom: Ursachen und Behandlung | gesund.bund.de 

  4. Burnout: Was steckt dahinter? 

  5. Entspannungstechniken und Aktivierungsverfahren gegen den BurnoutHilfe bei Burnout 

  6. Burnout-Prävention: 10 Maßnahmen gegen das Ausbrennen 

  7. So beugen Sie Burnout am Arbeitsplatz vor: 20 Strategien 

  8. Wohin wenden bei Burnout: Wer hilft? 

  9. Bekomme ich für Burnout eine Krankschreibung? 

  10. Diagnose Burnout: Welche Rechte bei Krankschreibung? 

Das Angebot ersetzt keine persönliche Beratung durch medizinische oder therapeutische Fachpersonen.

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